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vun Behrend Böckmann Inne Twölwen orrer Ruuchnächt von'n 1. Wihnachtsdach
bet Hogen Niejohr an 'n 6. Hartmånd
(Januar) dörp man dit un dat nich måken un
wenn man't måkt, deit dit un dat passieren. "Bi uns tau
Hus wür inne Twölwen...", so fangt einer an
un 'n anner antert: "Ja, wenn ik mi recht besinnen dau...,
mien Mudder hett dat ok inhollen." Inne Twölwen will sik dei Sünn 'as dat Teiken von Licht gägen dei Düsternis dörchsetten, dat Gaude will wer't Böse winnen un dei Herr Waud (Odin orrer Wotan) mit väle Plåchgeister un anner ruuge Gestalten un äbenso sien Fru Waud mit ehr Hunn' up 'e Ierd herümmer spijöken. Disse Nächt harrn all vör Christi Geburt grote Bedüdung för't niege Johr.
So wür secht, wenn einer inne Twölwen starwt, denn starwt in't kåmend Johr jeden Månd einer ut dei Fomelie orrer dat Dörp. Ward hengägen einer inne Twölwen burn, kann hei bäder seihn. Ok sall dat Wäder an disse 12 Dåch dat Wäder för dei 12 kåmenden Månde vörutseggen, un äbenso sall taun Bispill in 'n Lentmand dat wohr warden, wat 'n in dei drüdde Nacht vonne Twölwen drömt hett. Dormit dei Wülw'n (Wölfe) kein Schåp rieten, dei Müs kein' Mettwust angnågen un dei Voss sik kein Gaus hålt, dürste man sei nich bi ehrn Nåmen nennen, sonnern mösst von 'n Isegrimm, den Bnlöper orrer den Langstiert schnacken. So is öltlings all allerlei Brukdaum upkåmen, un so sünd nå un nå Vörschriften un Rägeln upstellt worden, wat dei Minsch inne Twölwen allens måken orrer ünnerlåten sall, dormit em dat gaut geiht un hei nich von't Bös' plåcht ward. Von Fru Waud güng üm, dat's inne Twölwen mit ehr Hunn' up'e Ierd jågen deit un besonners giern an'n Wihnachts- un Oltjohrsåbend ehr Unwäsen drifft. Üm vör ehr säker tau sien, süll man dei Dören afschluten un Solt in'n Sod schmieten, dormit ehr Hunn' nich dorut supen, üm dat Älend von Hoff un Hus aftauhollen.
Vör Böset wier man ok säker, wenn'n in disse Tied sienen Nåmen nich nennen däd, un dat Veih wür nich krank, wenn man den Stall nich utmessen däd. Annerswo leet man dat Utmessen sien, denn wenn man dat nich däd, künnen sik dei Wülw'n kein Lock ünnern Süll dörchbuddeln un dat Veih nich angriepen. Männigein höllt sik hüt noch an den Bruk, in disse Tied dei schietige Wäsch nich tau waschen un taun Drögen nå buten ruttauhangen, denn wecker sien Wäsch buten drögen deit, tau den kümmt dei Dod wer't Johr in't Hus. Man süll ok nich spinnen un dei grote Diel nich fegen un man süll kein Arften äten, sonnern mit Arften dei Häuhner faudern, dormit's gaut leggen daun. Gräunkohl mit Schwiensback orrer Lungwust hengägen wier besonners gaut in disse Dåch.
Gaut süll't sien, in disse Tied dat Saatkuurn tau döschen,
denn wat inne Twölwen döscht ward, gifft dubbelt Löhnung.
Inne Twölwen süll man ok wägen dei Fruchtbarkeit
'n Stein inne Twäl von 'n Åftbom leggen, un inne Pierröp
'n Krüzduurn (Schwattduurn) leggen, dormit dei Pier nich von
Täuwern (Zauberer) un Tatersch' verhext warden. Inne Twölwen
süll man as Utnåhm blot dat Twölwengoorn inne Niejohrsnacht
spinnen. Wür ut dit Goorn Betttüch för lütt
Kinner wäwt, denn pissen's nich in. Disse Würkung harr
dat Twölwengoorn wer blot, wenn dei Fru inne Niejohsrsnacht
'n Fitz Goorn spinnt, wat dei Mann ehr afhaspelt. Un dortau mössten's
beid noch splitternåkelt sien. Kannst seihn: Wenn dei
Töwer nich warken däd, gäw dat allerhand Achterdören,
dat dei Minsch den Fähler begåhn harr un nich dei Götterwelt
Ein nieger Twölwenbessen vör dei Dör süll dei
Hexen vergrugen; vör't Hoffdur mit dei Rieser nå dei
Stråt hen, süll hei Tatersch' von'n Hoff afhollen. |
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30.12.2025 |