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Dei drei Hilligen Königs
vun Behrend Böckmann

Dei 6. Hartmånd is nå unsen hütigen Klenner dat
Epiphaniasfest, dei Dreikönigsdach, Hogen Niejohr, dat Enn' vonne
Twölwen. Un mi is so, as wenn an'n Hillig Abend un an'n Epiphaniasdach
ein un datsülwig passiert is.
An'n Hillig Åbend is Jesus nå den einen Klenner as Minsch
up'e Welt kåmen un nå'n annern Klenner an'n 6. Hartmånd
as Gott sien Shn, dei König vonne ganze Welt. Anner glöben
ok, dat Jesus Wihnachten burn is un an'n Dreikönigsdach
döfft wür (liekers dei eigentliche Dööp vun Jesus väl låter dör Johannes den Döper vörnåhmen wür). Un so hemm' wi nu dat Wihnachtsfest un twölf
Dåch dornå den Dreikönigsdach. Lukas vertellt uns
dei Grünn', dörch wecker Maria in't Bisien von Joseph un
bäten Veihtüch in'n Stall tau Bethlehem dat Kind up'e Welt
bröcht hett, in Winneln inpacken un in ein Krüff leggen
däd.
Un dor wiern ja ok Engels un Hierders kåmen, üm dat Kind
tau seihn, un dei Stiern von Betlehem hett so lücht, dat sogor stiernkunnig
Mannslüd ut't Morgenland niegelich würn un sik nå
Bethlehem upmåkten. Un ut disse stiernkunnigen Minschen sünd
denn wer dei Tieden henwech dei Hilligen Königs worden.
wer hürn wi nu, wat Matthäus in sien 2. Kapiddel inne
Versen 1 - 12 tau vertellen weit:
"As nu Jesus in Bethlehem in dat Land
Judäa bi König Herodes sien Tieden buren wier, dor keemen
stiernenkunnig Mannslüd ut't Morgenland nå Jerusalem un
fråchten: "Wur is dei Juden ehr nieburn König? Wi
hemm' sienen Stiern bi uns in't Morgenland seihn un sünd nu kåmen
un willen em dei Ihr erwiesen."

As Herodes dit tau hürn kreech, hett hei sik dull verfihrt, un
mit em ok all dei Lüd in Jerusalem. Dunn reep hei all dei Hogenpreisters
un Schriftgelihrten ut dat Judenvolk tausåmen un läd ehr
dei Fråch vör, wur dei Heiland denn buren warden süll.
Dei säden nu tau em: In Bethlehem, dat in'n Land Judäa liggen
deit. Bi den Propheten steiht nämlich dit schräben:
"Un du, Bethlehem in'n Judenland, du
büst wohrlich dei Lüttst ünner dei Herrschaften in'n
Judenland, wer ut di ward dei König kåmen, dei Herr
von mien Volk Israel sien sall."
Dor reep Herodes dei Stiernkunnigen heimlicherwies tau sik un frööch
ehr, tau wecker Tiet dei Stiern upkåmen wier. Un denn schickt
hei ehr nå Bethlehem un säd: "Reist nu hen un forscht
juch allens genau nå wer dat Kind. Un wenn ji't funnen
hefft, denn låt't mi dat weiten, dormit ik denn ok hengåh
un em Ihr erwiesen dau." As sei nu mit den König schnackt
harrn, reisten sei hen, un süh, dei Stiern, den sei in'n Morgenland
seihn harrn, güng vör ehr up, bet dat sei dorhen keemen,
wo dat Kind wier. Dor stünn hei still. As sei werst den
Stiern seegen, dor wiern sei vull von Freud. Un sei güngen rin
in dat Hus un seegen dor dat Kind mit sien Mudder Maria, un sei schmeeten
sik vör em dål un erwiesten em alle Ihr. Un sei måkten
ehr Kufferts un Taschen up un gäben em Geschenke, nämlich
Gold, Wiehrook un Myrrh. Un ehr würd in'n Drom von Gott Order
gäben, dat's nich wedder bi Herodes inkieken süllen, sei
hemm' nu 'n annern Wech nåhmen, üm wedder in ehr Land tau
kåmen.

Un von all dit, wat Lukas wer dei Order von'n Kaiser Augustus
un dei Geburt von Jesus Christ in'n Stall tau Bethlehem un dat, wat
Matthäus wer dei Stiernkunnigen ut't Morgenland vertellt
hemm', het dei Måler un Verteller Felix Timmermans (1886-1947)
ut Belgien dat Bauk "Dat Jesuskind in Flannern" schräben.
1916 hett hei dormit anfungen un all 1917 hett Anton Kippenberg (1874-1960)
as Verläger, wersetter un Baas von Insel-Verlag 'n iersten
Deil up Düütsch rutbröcht. Timmermans vertellt dei
Wihnachtsgeschicht up sien Ort, un ümmer wedder ward dat giern
vördrågen un äbenso giern hürt. Un hier ganz
kort dei Timmermansche Geschicht von dei Hilligen drei Königs:
As dat Kind still inne Weich leech un nich gnägelte, dunn künnen
sik Maria un Joseph 'n lütt bäten verpusten. Joseph wier
schier vergnäucht un wüsst nicks Bäderes tau daun,
as sik wer dat gaude Wäder tau hgen; un Maria harr
sik dei Strümp von Joseph vörnâhmen, denn hei harr
sei mit sien hölten Schlarben dull tausett't. Un Maria ehr Gesicht
is dörch dat Kind sowat von smuck worden, ehr Hut wier
so weik, dörchsichtig un schämernd as dat Binnelste von'n
Muschel.
Un ehr Ogen lüchteten so as blot dei Ogen von'n glücklich
Mudder lüchten knen. Mit eins werkümmt beid,
dei gråd so taufräden un vergnäucht wiern, grote Bang, denn
sei hürn achter dei Huckeln, dei lütten Bargen, Musik — un
weiten nich, wat dat tau bedüden hett. Maria reet dat Kind ut'n
Schlåp un nähm dat fast anne Bost, un mit Josaeph anne Sied
måken's por Schritt nå buten, üm tau seihn, wat dor
von den Holt up sei taukümmt. Un sei truugen ehr Ogen un Uhren
nicht, denn dor schallen Trumpeten un Posaunen un 'n grote Haud von
Minschen drängt up sei tau. Un dor, tau dei Posaunen kåmen
noch dei Pauken, ja mit Pauken un Trumpeten lopen's nu in't Dål
rünner. "Sei kåmen wägen unser Kind!", röppt
Maria verbaaßt — un dei beiden wüssten gor nich, wat sei
so flink daun süllen, denn inne Haud künnen's ok Könige
seihn. Beid wiern richtig ratlos, un denn säd Maria tau Joseph:
"Geef mi 'ne niege Winnel, dat Kind sall reigen utseihn, wenn
dei Haud hier ankümmt."
Un dat Heer kümmt neeger un neeger un dei Minschen in Bethlehem
kriegen dat grote Wunnern. Dor sünd allerlei Lüüd ünnerwägens,
tau Faut, up Elefanten un Kamelen, Rieders hemm' ehr Panzer an...
Dor, up'n Elenfant sitt in son'n Ort Pagode dei ierste König,
un up twei Kamelen twei anner Königs. Ja, drei Königs sünd
inne Haud, un sei drängen as 'n unbännig Gewalt up dat Kind
un sien Öllern tau. Maria nimmt ut Verlägenheit dat Kind
up'n Schoß. Joseph schmitt sik noch in niege Plünnen, un
as dei ganze Pulk so 100 Meter von den Stall af is, ward dat sünnerbor
still. Ein Rieder måkt nu den Wech frie, dormit dei Königs
tau dat Kind dörchkåmen. Dei Elefant un dei Kamelen blieben
vör dei Krüff ståhn, gåhn inne Knei und låten
dei Königs afstiegen. Dei ein König, dei von den Elefanten,
wier in rodet Habit kåmen, dei tweit in'n güllen Habit
un dei Drüdde harr 'n gräunet Habit. Dei rode König
harr sienen Matäng mit Hermelin affsett't, un hei harr ok 'n Kron
up'n Kopp. Inne Hänn drööch hei 'n Kasten vull mit güllen
Schmuck un säd denn tau Maria: "Ik bün Balthasar, un
dat Kind, dat ji bossen daut, dat is dei niege König, hei is
Gott."
Un hei nähm sien Kron von'n Kopp un hüll sei taun Teiken
wer dat Kind. —
Wat sünd Maria un Joseph nu gerührt, dat ehr Kind dei mächtigste
König vonne Welt sien sall! Dei mit den güllen Matäng,
mit fien Brokatstickerien besett't, gifft si sik as Caspar ut dat Rebeit
ut, wo dei Euphrat fleiten deit. Hei hett as Gåf 'n Pott Wiehrook
dorbi un hei schwenkt den Pott wer dat Kind. Dei drüdde
König in'n gräunen Matäng röök nå Myrrhe,
den Kien ut dat Balsamholt. Hei harr ok 'n anner Språk, küsste
denn dei Fäut von dat Kind un däd sik as dei annern näben
dat Kind un dei Öllern setten. Dunn wier dat up eins ganz liesing
still, sülfst dei Soldaten vör'n Stall wiern nich tau hürn.
wer denn werkeem dei Soldaten dor buten doch dei Nieschier,
sei würn ungedullig, denn sei wullen ok dat Kind, den niegen
König, seihn. Balthasar föddert sei tau Rauh up: Sei warden
den niegen König noch tau seihn kriegen. Un in dissen Momang
gifft Maria den lütten Jesus in Balthasar sien Hänn', un
hei güng vör den Stall un wieste all dat Kind, den niegen
Gott, den Heiland. Un so künnen all taun iersten Mål in
ehr Läben 'n lütten barstbeinigen König in Winneln
bewunnern. Un von niegen güngen dei Trumpeten un Pauken los,
un bi disse Musik küssen dei Königs den Inschlach von Maria
ehr Kleid.

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Die Heil'gen Drei Könige
Die Heil'gen Drei Kön'ge aus Morgenland,
Sie frugen in jedem Städtchen:
"Wo geht der Weg nach Bethlehem,
Ihr lieben Buben und Mädchen?"
Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
Die Könige zogen weiter;
Sie folgten einem goldenen Stern,
Der leuchtete lieblich und heiter.
Der Stern blieb stehn über Josephs Haus,
Da sind sie hineingegangen;
Das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
Die Heil'gen Drei Kön'ge sangen.
Heinrich Heine |
Dei hilligen drei Königs
Dei Königs ut dat Morgenland,
sei fråchten werall:
"Secht blot mål, ji Jungs un Dierns,
wo is in Bethlehem dei Stall?"
Ob jung, ob olt, kein ein wüsst dat,
dei Königs güngen furt;
dor seegen sei den güllen Stiern,
dei ehr lücht taun rechten Urt.
wern Stall blifft hei denn ståhn ,
wiest sei den Wech tau Joseph rin;
as bölkt dei Oss un schriet dat Kind,
dor stimmen sei mit in.
Nådichten in mäkelborgisch
Platt
von Behrend Böckmann |
6.1.2026 |