Leifstäl, Bio un dat leiwe Geld

vun Behrend Böckmann


Geiht dat den Minschen tau gaut, denn ward hei ful orrer hei fangt tau grübeln an, woans dat allens mål ennen künn un målt sik denn dat Enn' vonne Menschheit ut. Up'n Sprung wür dorbi so männigein dörch den "Club of Rome" hulpen. Disse Verein von klauke Lüüd hett all in't Johr 1972 œwer "Grenzen des Wachstums" sinniert un dei Gedanken in 'n Bauk fasthollen. Un up eins wür dunn väle Minschen klor, dat, wenn dei Minschheit sik wieder so vermihren deit, wenn immer mihr von Maschinen måkt ward un dei Ümweltschiet ümmer gröttere Bargen bringt, denn sünd wi bald an'n Enn' ankåmen. Dat ward nix mihr gäben, wat an Rohstoffen ut'e Ierd uttaubuddeln is, un up'e Ierd ward nicht mihr nauch wassen, üm all dei Müler tau stoppen.

Ihrer disse Taustand kåmen ward, wo denn nix mihr tau ännern is, süll man sik up 'n ökologisch un ökonomisch måkboren Wech begäben, üm åhn Bang inne Taukunft tau kieken. Un disse Gedanken ünnerstütten hüt nich blot dei Gräunen un ehr Bewägung, sonnern ok Minschen, dei disse Gedanken in ehr Leifstäl-Philosophie upnähmen hemm' — un ok dei, dei 'n niege Geldquell rüken. Œwerall ward utposaunt, wat ümweltfründlich, naturnåh, ökologisch, nåhollig, kontrolliert produziert ward, so dei Natur schonen deit un dei Minsch dorbi noch gesünner läben kann. Un up eins hürt nu "BIO" taun Leifststäl (Lifestyle), dei as Aflegger von'n "American way of life" ut'e Niege Welt œwer'n Groten Diek in't Åbendland keem. Coca-Cola, Ketchup, dreifach inwickelt Tähnbösten, kolorig Plastikbüdel, sik tweimål an'n Dach mit Wåder warm un kolt afsprütten, jeden Dach 'n niege Ünnerbüx antrecken, dörch dei Finsterdekoratschon anner wiesen, wat 'n hett, Diäten måken, Sojamelk drinken, Blaumen äten, Fastentieden inleggen, vegetarisch orrer sogor vegan läwen — all dat un noch verdreihtere Såken sünd hüt Leifstäl. Näbenbi anmarkt, Größing hett nix von vegetåårsch orrer gor vegan läben wüsst, un wi Kinner wüssten nå'n Krieg ok nich, dat dei Mell- un Nettelsupp vegan un — wenn sik noch 'n ganz lütten Klacks Fett uptaudrieben leet — disse Supp' ümmer noch vegetarisch wier. Ja, wi hemm vegetåårsch äten, œwer wi harrn kein Bewusstsien nich dortau — un ahn Bewusstsien is dat kein Leifstäl. Un Masse Geld hemm wi ok nich dorför henblädert. Villicht is dat ok kein Leifstäl, wenn't nich kosten deit...

Harrn wi dunnemåls mit disse Oort "BIO" nich väl an'n Haut, so sticht hüt dat Anseihn von "BIO" von Dach tau Dach. Gesunde BIO-Kost hürt äbenso taun Leifstäl as dei "Igel"-Leistungen up'e Menükort bi'n Dokter. Einer lött sik von'n Dokter schröpfen, un ein anner schröpft sien Kniep för BIO-Zägenkees, üm länger tau läben. Sülfst wenn dei Zääch mit Bio-Wruken faudert ward un dei Bio-Zägenmelk denn son'n ganz lütt bäten nå Wruk schmecken deit orrer dei Kül vonne Bio-Aant den Bigeschmack von't ünnermischte Bio-Fischmähl in't Bio-Fauder hett, deit dat den Leifstäl-BIO-Minschen ümmer "lecker" münnen.

Nu möt man blot noch weiten, wo mihr "BIO" an orrer in is. Un dei Utwåhl is grot twüschen Biotrend, GutBio, Bioperle, BIO GREEN, Biosiegel, Ökosiegel, Naturkost un süss noch wat. Mal gor nich tau snacken vun Demeter un anner, de noch so'n anthroposoph'sche orr sünstwat för'n Philosophie dorachter hemm.

För mienen Deil möt dat nich ümmer "BIO" sien. Kåmen bün ik up "BIO" un den Leifstäl, as ik von ein Blaumenhökersch weiten wull, worüm dat Vermihren von G'ranien un Flietig Lieschen dörch Senker ut'e Mod' kåmen is. Furts vertellte sei mi wat von 'n Leifstäl, ok wenn sei sülben noch nich so ganz in'n Kloren wier, wat Leifstäl bedüden deit un warüm dat gråd dei G'ranien un Flietigen Lieschen so dråpen hett, dei doch eins up'e Finsterbänk von Größing dat ganze Johr hendörch wunnerbor bläuhten.

Sei hemm dormålen nich väl kost un en Bewusstsien harr nümsnich dorför. Sei wiern bloß schön.


22.12.2025


na baven