Lieder un Vertellers œwer'n Dannenbom

vun Behrend Böckmann


In poor Dåch is Hilligåvend, un in mennig Stuven ståhn al dei Dannbööm — noch dunkel taumeist, œwer al vull den Täuwer vun Wiehnachten. Dor kåmen uns meist vun sülwst dei ollen Lieder in'n Sinn...

"O Tannenbaum, du trägst ein' grünen Zweig" geef dat all in't 16. Johrhunnert as Lied un wür ierst in't 19. Johrhunnert dörch den Leipziger Lihrer un Orgelspäler Iernst Anschütz (1780-1861) tau dat hütig so bekannte Wihnachtslied. Von dunn an wür von'n Dannenbom sungen un in Geschichten un Märken von em vertellt.

Goethe (1749-1832) schrifft 1774 von'n Jungen Werther, dat hei an'n Sünndach vör Wihnachten nich nauch wunnern künn œwer einen fien mit Lichten, Äppeln un Zuckerkråm anputzten Bom. Friedrich Gerstäcker (1816-1872) schrifft dat Stippstürken "Woans dei ierste Christbom upkeem", in Gustav Freytag (1816 - 1895) sien Geschicht "Weihnachten im deutschen Hause..." is tau läsen, woans mit 'n Wassstockstümmel up 'n Stock dei böbelsten Wassstöck (Lichten) von den mächtigen Bom anstäkt würn, Adalbert Stifter (1805-1868) vertellt in sien Wihnachtsgeschicht "Bergkristall" , dat mit dat Karkenfest ok 'n hüslich Fest verbunnen is un mitten inne Stuf up'e Twiegen von'n Dannenbom väle Lichten schwäwen, dei anmåkt warden wenn't düster ward un denn dei Kinner up't Teiken täuwen, dat's dei Gåwen von'n Hilligen Christ ünnern Bom utpacken dörpen. In "Weihnachten bei Theodor Storm" schrifft sien Dochter Gertrud (1865 - 1936), woans Schuumgold (falschet Blatttgold ut 'n Kupper-Zink-Legierung) mit Hülp von Eiwitt up Nœt, Kienäppel un Eier kläwt wür, dormit s' in'n Dannenbom güllen schämern künnen.

In Hans Christian Andersen (1805-1875) sien Stippstürken "Dei Dannenbom" ward von sien Freuden un Leiden vertellt, un dei Englänner Richard Hughes (1900-1976) vertellt in sien Geschicht "Dei Dannenbom", woans Spälsåken an'n Hillig Abend up eins schnacken, tuscheln, von'n Dannenbom rünnerstiegen, sik verstäken un dei Kinner Bang måken kœnen — un allens doch 'n gaudet Enn' finnen deit.

Anners is dat in "Lichten œwer'n Gråwen", 'n Wihnachtsgeschicht von Friedrich Wolf (1888 - 1953), dei würklich 1916 in'n Iersten Weltkrieg inne Dörpers un Gråwens vör Douai in'n Nuurden von Frankriek spält. Inne Wihnachtsnacht von't drüdde Kriegsjohr wür nich schåten. Waffenrauh wier ansecht, un dat geef Rodspon un dei Soldaten måken buten Lichten an. Doch Bœm geef dat ringsüm nich mihr in dat von Granattrichters œwerseihte Feld — un so würn dei Lichten nu up dei Duurns von den Tackeldråht stäkt. Dat wier windstill in disse Nacht, un dei Lichten brennten åhn tau flackern äben wech ganz gråd taun Häben. Dei Gråwenposten rückt an un wull weiten, wat wull los is, un secht denn œwerall, dat'n nich larmen süll, un wenn dei Franzos' nich mit dat Scheiten anfangen wür, denn künnen dei Lichten blieben un afbrennen. Un dat måkt Schaul. Œwerall brennen up eins Lichten up beide Sieden œwer dei Gråwens. — Wohr is ok dei Geschicht vun'n Wiehnachtsfräden in't ierste Kriegsjohr.

Ganz anners hengägen beschrifft Thomas Mann (1875 - 1955) 'n Dannenbom inne Götterstuv in't Buddenbrookhus tau Lübeck, einen Dannenbom, den sik hüt noch männigein giern inne gaude Stuf stellen wür. Un villicht wür ünner dissen Dannenbom ok dat Lied "An'n Dannenbom dei Lichten brennen..." nå den niegen Text von Hermann Kletke (1913-1886) tau ein öllere Melodie ut Thüringen un Sassen sungen.

Wat hei nu in dei Götterstuv steiht orr "im Garten klein, im engsten Raum": Singt ein Lied up juun Wihnachtsbom! Denn "Der Christbaum ist der schönste Baum,
den wir auf Erden kennen
"!


Bild 1: Ludgerd Lüske
21.12.2025

 


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