Is Aarndank! Singt en Leed!


Foto: Antje Heßler

Ich singe dir mit Herz und Mund,
Herr, meines Herzens Lust;
ich sing und mach auf Erden kund,
was mir von dir bewusst.

Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad
und ewge Quelle bist,
daraus uns allen früh und spat
viel Heil und Gutes fließt.

Mit Mund un Harten sing ik di,
o Herr, miens Hartens Freid.
Un dör mien Sang höört all de Lüü
dat, wat ik vun di weit.

Ik weit, dat unerschöpflich Gnaad
siet ewig ut di springt
un för all Wesen fröh un laat
Heil un Erlösen bringt.



Foto: Antje Heßler

Was sind wir doch? Was haben wir
auf dieser ganzen Erd,
das uns, o Vater, nicht von dir
allein gegeben werd?

Du nährest uns von Jahr zu Jahr,
bleibst immer fromm und treu
und stehst uns, wenn wir in Gefahr
geraten, treulich bei.

Du strafst uns Sünder mit Geduld
und schlägst nicht allzusehr;
ja, endlich nimmst du unsre Schuld
und wirfst sie in das Meer.

Wat sünd wi doch? Orr wat kennt wi
op düsse ganze Eer,
dat uns, o Vadder, nich vun di
in unse Hand leggt weer?

Du schenkst uns rieklich Johr üm Johr
allns för uns Noot un Wünsch.
Du wiest dien Truu ok in Gefohr
un steihst

De Sünners giffst du milde Straaf,
deist ehr ok nich geern weh;
nimmst ehr denn sülvst de Lasten af
un smittst ehr in de See.

 


Bild Rudi Witzke

Du zählst, wie oft ein Christe wein
und was sein Kummer sei;
kein Zähr- und Tränlein ist so klein,
du hebst und legst es bei.

Du füllst des Lebens Mangel aus
mit dem, was ewig steht,
und führst uns in des Himmels Haus,
wenn uns die Erd entgeht.

Is een vun uns in Hartensnoot,
denn tellst du jede Traan,
du kennst uns Kummer, lütt un groot,
un nimmst di üm en an.

Uns irdschen Mangel stillst un füllst
du ut mit Himmelsnohrn,
un höllt de Eer uns nich mehr, willst
du uns in'n Himmel fohrn.

 


Foto Gertrud Everding

Wohlauf, mein Herze, sing und spring
und habe guten Mut!
Dein Gott, der Ursprung aller Ding,
ist selbst und bleibt dein Gut.

Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil,
dein Glanz und Freudenlicht,
dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil,
schafft Rat und lässt dich nicht.

Juchhei, mien Hart, wees froh un blied!
Du hest diendaag keen Noot!
Dien Gott, den allens wied un sied
tohöört, de is di good!

He is di good in Ewigkeit,
dien Glanz un Freudenlicht.
Wat di un em ut'nannerscheidt,
dat gifft dat eenfach nich.

 


Foto Thomas Seemann

Was kränkst du dich in deinem Sinn
und grämst dich Tag und Nacht?
Nimm deine Sorg und wirf sie hin
auf den, der dich gemacht.

Hat er dich nicht von Jugend auf
versorget und ernährt?
Wie manchen schweren Unglückslauf
hat er zurückgekehrt?

Nu segg, kannst dor noch bange ween,
dat Sorg dien Slaap verdrifft?!
Nimm doch dien Sorg, smiet ehr op den,
de allens Leven gifft!

Hett he nich vun dien Kinnerbeen
di hollen in Gedüür?
Orr kunn dor ok en Unglück ween,
to groot, dat he em stüür?

 


Foto: Antje Heßler

Er hat noch niemals was versehn
in seinem Regiment;
Nein, was er tut und lässt geschehn,
das nimmt ein gutes End.

Ei nun, so lass ihn ferner tun
und red ihm nicht darein,
so wirst du hier in Frieden ruhn
und ewig fröhlich sein.

Nee, nixnich is em je mallöört,
he herrscht un gifft Gebot.
He wählt, woneem he uns hinföhrt,
un süh, düt End is goot.

Dennso laat em sien Warken doon!
Du aarnst dorvun de Frücht,
kannst hier op Eer in Freden rohn
un denn bi Em in't Licht!



Bild: Ludgerd Lüske

Oginaal-Leed: Paul Gerhardt
Översetten: Marlou Lessing

1.10.2017


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